Projekt-Beschreibung

Im Zentrum von Waiblingen plant die Evangelisch-methodistische Kirche zum 100-jährigen Jubiläum ihres Kirchengebäudes im Jahr 2027 eine grundlegende bauliche Erneuerung. Der Kirchensaal soll dabei zu einem zukunftsfähigen Ort des Glaubens, der Gemeinschaft und der offenen Nutzung transformiert werden. Die Kirche öffnet sich räumlich und konzeptionell - und bleibt zugleich ihrer spirituellen Mitte verpflichtet. Zentrales Element des Entwurfs ist die Öffnung der historischen Dachkonstruktion. Der Rückbau der Zwischendecke und das Freilegen des Dachstuhls macht die konstruktive Struktur des Gebäudes erlebbar und verleiht dem Kirchenraum mehr Höhe, Weite und Präsenz. Gleichzeitig verbessert sich die visuelle Verbindung zwischen Altar und Empore. Der Altarbereich wird erweitert und mit mobilem Inventar ausgestattet, wodurch unterschiedliche Nutzungsformate flexibel ermöglicht werden.

Die Umgestaltung folgt einem konsequent nachhaltigen und zukunftsorientierten Ansatz. Ein wichtiger Bestandteil ist die energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle - ein lange verfolgtes Ziel, das nun umgesetzt wird. Die Dämmung von Dach und Außenwänden erfolgt über eine Innendämmung aus Hanffasern in Kombination mit Lehmput. Dies verbessert nicht nur die Energieeffizienz, sondern sorgt auch für ein gutes Raumklima, ohne die historische Fassade zu verändern. Stroh- an den Dach- und Deckenflächen sorgen für eine gute Raumakustik. Auch die Haustechnik wird ressourcenschonend neu gedacht. Eine Fußbodenheizung in Lehmformsteinen gewährleistet eine energieeffiziente Temperierung des Raums. In Verbindung mit einem geschraubten Dielenboden aus Eiche bleibt der Bodenaufbau sortenrein rückbaubar. Die Öffnung des Dachraums ermöglicht eine natürliche Lüftung und reduziert den Bedarf an technischer Gebäudeausrüstung.

Im Innenraum werden vorhandene Materialien gezielt weiterverwendet. Holzbalken und Platten aus dem Rückbau fließen in neue Einbauten wie Wand- und Podestkonstruktionen ein. Bestehendes Mobiliar wird aufgearbeitet und weitergenutzt. Die Fenster bleiben erhalten und werden behutsam energetisch verbessert. Ergänzend schafft eine wandhohe Schrankwand im angrenzenden kleinen Saal klare Strukturen und zusätzlichen Stauraum. Das neue Beleuchtungskonzept unterstreicht die Dachöffnung, setzt Akzente im Kirchenraum und schafft eine behagliche Atmosphäre.

Durch die Maßnahmen entsteht ein vielseitig nutzbarer Raum für Gottesdienst, Gemeinschaft und Kultur. Der Umbau ist Ausdruck einer Haltung: Wertschätzend gegenüber dem Bestand, verantwortungsvoll im Umgang mit Ressourcen und offen für neue Nutzungen - eine Kirche, die bereit ist für die kommenden 100 Jahre.

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