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Geschichte des Methodismus im Bezirk Waiblingen

Geschichte EmK Waiblingen

Christoph Gottlob Müller
Christoph Gottlob Müller, 1785-1858

Erste Versammlungen in Waiblingen haben im Haus von Friedrich Merz und Katharina, geb. Claß im Jahre 1848 unter Leitung des Laienpredigers Christoph Gottlob Müller aus Winnenden stattgefunden.

1861 wurde in der Beinsteiner Straße das „Missionshaus“ (s. Bild) erworben. Die dort stattfindenden „Wesleyanischen Versammlungen“ waren der Start der Gemeindebildung in Waiblingen.

Missionshaus
Missionshaus, Datum unbekannt

Um der ständig wachsenden Gemeinschaft mehr Raum zu geben, wurde in Waiblingen in der Blumenstraße ein Bauplatz gekauft. Dort wurde die Christuskirche 1927 eingeweiht. Die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung wuchs.
Eine Generalrenovierung der Christuskirche erfolgte im Jahr 1977. Nach Abriss des Pastorenhauses 2011 wurde unser neues Gemeindezentrum erbaut und 2012 eingeweiht.

In Rommelshausen kam es 1868 zur Gemeindebildung. Auch dort gab es schon seit 1862 regelmäßige Versammlungen bei privaten Gastgebern.
1882 wurde ein Betsaal erbaut und 1950 zur Friedenskapelle erweitert. Die Friedenskirche, unser heutiges Gemeindezentrum, stammt aus dem Jahr 1974.

Erste Versammlungen in Kleinheppach gab es wohl schon in den 1850er Jahren, zuerst bei Fam. David Ilg und Christina, geb. Fichtner, später 38 Jahre lang bei Familie Caspar Ilg. Als Gemeinde wird Kleinheppach zum ersten Mal 1875 erwähnt.
1925 wurde eine Kapelle in Dienst genommen. Auf demselben Grund entstand 1999 die Versöhnungskirche, unser Gemeindezentrum für die Gemeinden Großheppach, Kleinheppach und Korb.

Unsere Kirchen sind eine große Hilfe für die vielfältige Arbeit des Bezirks und für die Menschen und Gruppen, die sich darin treffen.

Ein Blick auf die Anfänge der methodistischen Bewegung

Christoph Gottlob Müller hatte in England den Methodismus kennengelernt. Er kam 1831 mit seiner Familie nach Winnenden zurück und erzählte in seinem elterlichen Haus von seinen religiösen Erfahrungen in England. Damit löste er eine religiöse „Erweckungs-Bewegung" aus.

Plan
Kirchenprotokoll 1869

27 Jahre lang ging Müller unermüdlich von Dorf zu Dorf, von Weiler zu Weiler, um in schlichten und zeugnishaften Ansprachen eines Laien (Müller war Metzgermeister) das Evangelium weiterzusagen. Er gewann junge Männer, die zum Glauben an Jesus Christus gekommen waren, als „predigende Laien", meist Bauern und Handwerker. Die Männer gingen nach ihrer Tagesarbeit in die umliegenden Dörfer, um Versammlungen zu halten. Diese fanden bei Familien statt, die ihre Wohnstuben zur Verfügung stellten. Die Besucherinnen und Besucher der Versammlungen blieben Glieder ihrer Kirchen und gingen dort zum Gottesdienst.

In der Zeit nach Müllers Tod 1858 wurde die Arbeit der „Wesleyanischen Methodisten" besser strukturiert und organisiert.

Das Missionshaus in Waiblingen war von 1861 bis 1875 auch Sitz des Vorstehers, dem Leiter der Arbeit des Wesleyanischen Methodismus und das zentrale Gemeindezentrum im Großraum Waiblingen/Stuttgart.
Es wurde eine „Predigerschule" eingerichtet. 5 - 6 „Zöglinge" (Seminaristen) waren durchschnittlich dort - meist Bauern und Handwerker. Sie bekamen eine einfache Ausbildung als Laienprediger und mussten auch das große Gelände instand halten.

Von hier aus wurde für die Gemeinden auch ein Gesangbuch mit über 600 Liedern herausgegeben, die „Zionsharfe" (2. Auflage 1878). Gemäß dem methodistischen Grundsatz „preach and print" (predige und drucke) wurden zwei Sonntagsblätter herausgegeben: „Der Sonntags-Gast" (ab 1863) und der „Methodisten-Herold".
Auch ein Liederbuch für die Sonntagsschulen (Kindergottesdienst) erschien.

Sonntagsgast
Der Sonntags-Gast von 1863
Methodisten-Herold
Der Methodisten-Herold

Aus Versammlungen einer Bewegung wird eine Kirche

1872 wurde staatlicherseits das „Dissidenten-Gesetz" erlassen, das die Bildung religiöser Vereine außerhalb der anerkannten Kirchen (evangelisch, reformiert, katholisch) von einer staatlichen Genehmigung unabhängig machte. Bisher waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wesleyanischen Versammlungen Mitglieder ihrer Kirchen geblieben und besuchten auch deren Gottesdienste und Abendmahlsfeiern.

Die Wesleyanischen Methodisten nahmen diese „Freiheit" sofort an, nachdem sie jahrzehntelang durch die Landeskirche abgelehnt, ja vielerorts als Sektierer bekämpft worden waren. 1873 fand eine erste wesleyanische Abendmahlsfeier in Stuttgart statt, 1875 die erste Ordination von acht wesleyanischen Predigern. Nun war die Wesleyanische Methodistenkirche eine von der Landeskirche unabhängige Freikirche.

Im Jahr 1932 wurde der Großbezirk Waiblingen geteilt. Der Bezirk Waiblingen bestand nun aus den Gemeinden Waiblingen (Sitz des Pastors), Rommelshausen, Endersbach, Großheppach, Kleinheppach, Korb und Neustadt mit insgesamt 354 Gliedern und Probemitgliedern. Der andere Teil wurde zum Bezirk Hegnach.

Der Bezirk Waiblingen heute

Weiteres zum Bezirk Waiblingen und zu seinen drei Gemeinden findest du unter: Bezirk und Gemeinden.